
Bei uns wird viel gesungen, es vergeht kaum ein Tag, ohne dass Ara oder ich zur Gitarre greifen und ein paar Lieder „zum Besten“ geben. Dabei ist Ara für das perfektere Musizieren zuständig (mit Melodiespiel) und ich (da nur über begrenzte musikalische Fähigkeiten verfügend) mehr für das einfache „Schrumm-schrumm“ der Liedbegleitung. Marie und Anne lieben aber gerade
das sehr, sie sitzen dabei meistens auf dem Sofa und hören zu.
Anne ist inzwischen so von der Hausmusik gebannt, dass sie die meisten Lieder sofort erkennt und viele sogar teilweise mitsingt.
Das funktioniert so: Wir singen ein Lied an, brechen aber vor dem Ende der Zeile ab. Anne singt dann fast immer das fehlende Stück. Oft jedoch fängt sie auch einfach so an zu singen, also ohne dass wir begonnen oder sie ermutigt hätten. Sie verfügt inzwischen über ein beträchtliches Repertoire an Liedern, die sie zwar nicht vollständig singt, die aber stets erkennbar sind. Natürlich spricht sie nicht alles deutlich aus, doch gerade dadurch klingt vieles sehr lustig.
Zum Beispiel singt sie: „Ruuudiii-eijeijeijeijei!“ (Rucki-Zucki) oder: „Pooobel, Pooobel“ (Popel-Lied) oder: „Aba Mama siedamehr!“ (ihre Version von „Hänschen klein“) oder: „Buhmi, Buhmi, bumm bumm bumm" (Kam ein kleiner Teddybär) und so manches mehr.
Doch am meisten hat sie uns heute verblüfft! Ich habe vor langer Zeit, Anne konnte noch nicht sprechen oder gar krabbeln, oft ein kleines Lied für sie gespielt und gesungen, und zwar hatte ich Rolf Zuckowskis „Meine Mama“ (
http://www.youtube.com/watch?v=coF5eyAzdd4) etwas umgedichtet.
Bei mir hieß es eben: „Meine Anne“ und der Text war dementsprechend auf Anne und ihre Eigenheiten gemünzt.
Den Refrain ließ ich fast unverändert, nur dass ich „Anne“ sang und zum Schluss statt (wie bei Rolf) „der Mann, der Papa heißt“ eben: „die Frau, die Mama heißt“.
Nachdem ich jenes Anne-Lied allerdings nun seit mindestens einem halben Jahr nicht mehr gesungen hatte, kramte ich es heute mal wieder hervor und sang die erste Strophe, dann den Refrain bis zur vorletzten Zeile: „…Wer wäre denn so dreist?“ Dann sollte eigentlich die letzte Zeile: „Die Frau, die Mama heißt!“ folgen.
Ich kam jedoch nur bis zum Wort „dreist“, denn Anne schmetterte sofort dazwischen: „Mama heißt!“